1939 - 2020

Ein Großer ist von uns gegangen. Er hinterlässt uns eine Welt voller Licht und Intensität die uns immer Kraft und Lebensfreude schenken wird. Als Künstler ist er unsterblich. 

 

Drago Prelog verstarb überraschend am 11 März 2020 in seiner Wohnung in Wien. 

 

Drago Julius Prelog (eigentlich Karl Julius Prelog; wurde am  4. November 1939 in Celje Jugoslawien) geboren. 

Er wuchs in der Obersteiermark auf. Die Pflichtschule besuchte er in Markt Haus und Schladming und von 1954 bis 1958 die Kunstgewerbeschule Graz, Abteilung für dekorative Malerei bei Otto Brunner.  Seit 1958 nannte er sich Drago Julius Prelog. Von 1958 bis 1962 studierte er an der Akademie der Bildenden Künste in Wien bei Albert Paris Gütersloh. 1960 fertigte er seine erste skripturale Arbeit. 1967 erhielt Drago Julius Prelog den Förderungspreis der Theodor – Körner - Stiftung und 1969 einen Preis der Neuen Galerie Graz. 

In den Jahren 1969 bis 1979 war er Lehrbeauftragter für Malerei an der Akademie der bildenden Künste Wien. Von 1974 bis 1997 auch Lehrauftrag für "Schrift und Schriftgestaltung" an der Akademie. 1968 Teilnahme an der Biennale Venedig. Es folgte der Kunstpreis des Landes Steiermark und 1972 eine große Retrospektive im dortigen Universalmuseum Johanneum. Am 18. Mai 1977 malte Prelog sein erstes Umlaufbild. 1982 stellte er eine große Retrospektive seines Werkes im Künstlerhaus Salzburg aus. Seither folgten mehrere hundert Ausstellungen im In- und Ausland.

In der Sammlung Liaunig findet sich eine große Anzahl an zentralen Arbeiten aus allen Schaffensphasen. 

1960 begann der er mit den charakteristisch gewordenen, vom Spätinformel ausgehenden, skripturalen Arbeiten: aneinandergereihte Zeilen vibrierender Striche reflektieren die Beziehung zwischen Bewegung und Statik, Prozeßhaftigkeit und meditativem Element. Mit diesen Arbeiten setzt seine über ein Jahrzehnt andauernde skripturale Werkphase ein. Anfang der 1970er- Jahre entwickelten sich dann die gegenständlichen „Bomben- und Explosionsbilder“, in denen die in der skripturalen Phase vorherrschenden Schriftzeichen immer stärker zurückgedrängt werden. Es folgten von Landkarten motivierte topographische Bilder sowie Bergbilder und die „Stephanstürme“, abgeleitet vom Motiv des Stephansdomes, entstehen. Ausgehend von Profil-Darstellungen gelangte er zu sogenannten ‚Umlaufbildern‘, bei denen sich der Künstler von allen vier für ihn gleichwertigen Seiten auf den auf einem Tisch liegenden Bildträger nähert, den Malgrund umläuft und Linien setzt. 1986 entwickelte er die „Prelografie“, eine Vervielfältigungstechnik, der die Verwendung von Schablonen zugrunde liegt. Mithilfe dieser entstand Prelogs vierter großer Werkabschnitt, die Haut- und Rindenbilder.

„Das Auffälligste an meiner Malerei ist die ausgeprägte Hinwendung zum Schriftzeichen. Die Beschäftigung mit der Schrift ist mein Hauptanliegen – egal ob es sich dabei um skripturale Arbeiten oder Umlaufbilder, die zu einem Zeichen geführt haben, handelt. Die Abwandlung dieser Arbeiten hat mich zu meinem eigenen Alphabet gebracht. Schrift ist mein Thema, meine Obsession. Ich kreise immer wieder um dieses Sujet, wandle es ab und finde immer wieder neue Formen.“

Drago J. Prelog